Jede Frau, die ich hier bisher getroffen habe, hat zu mir gesagt "Ich weiß gar nicht warum ich hier bin, eigentlich bin ich ein Justizirrtum".
So einfach kann die Namensfindung für ein Produkt sein - in diesem Fall für eine ganze Produktlinie: Die JVA in Vechta betreibt die größte Sanddornplantage Westdeutschlands und verkauft ihre Produkte seit Ende letzten Jahres. Alles im ökologischen Landbau.
Inhaftierte sind übrigens zur Arbeit verpflichtet - von ihrem Lohn wird der Arbeitnehmeranteil zur Arbeitslosenversicherung einbehalten damit sie nach der Entlassung einen Anspruch auf Arbeitslosengeld/Arbeitslosenhilfe haben. Wer keinen Job hat, bekommt ein Taschengeld. Durch die Plantage können 85% der Insassinen der JVA Vechta einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen - der so strukturierte Tagesablauf bereitet die Frauen zudem auf das Leben nach der Haft vor und dient als Arbeitstherapie
Wie diese Arbeit aussieht, erfährt man in einem kurzen Beitrag des NDR.
Die erste Ernte 2010 brachte 4,5 Tonnen Beeren, die in Kooperation mit der Firma Sandorado weiter verarbeitet werden. Kaufen kann man die Produkte (Tee, Likör, Konfitüre und mehr) über Sandorado oder den JVA-Shop.
Dass Sanddorn sehr gesund ist, brauche ich eigentlich wohl nicht erwähnen: Wegen seines hohen Vitamin-C Gehalts wurde er in der DDR als Ersatz für die oftmals fehlenden Südfrüchte angebaut. Und schmecken tut er auch.
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